|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
[Massentierhaltung] | [Ausbeutung der Entwicklungsländer] | [Subventionspolitik] | [Alternativen] | [Mc Donald's, KFC und Co] | [Veggie Day] | [Buchtipp] Vegetarismus und VeganismusLaut www.vegetarismus.ch wurden allein im Jahr 2005 267 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Tendenz: weiter steigend. Doch was ist jetzt das Schlimme an dem Ganzen? Die Tiere werden doch extra dafür gezüchtet, oder? 1. MassentierhaltungIn Österreich leben über 99% der Schweine in Massentierhaltung, 95% der Kühe müssen ihr Leben lang angebunden im Stall stehen und dürfen weder im Sommer noch im Herbst hinaus auf die Weide. (Quelle: "Tierschutz konsequent - Fleisch, ein Stück Lebenskraft?", VGT) Die Tiere können sich nicht umdrehen, haben keine Beschäftigung, liegen aus Platzmangel teilweise übereinander. Selbst das Hinlegen ist für die Schweine ein Problem. Der Vollspaltboden ist fast überall verbreitet. Vollspaltboden bedeutet, dass die gesamte Auftrittsfläche von Spalten durchzogen ist. Das hat den "Sinn", dass der Harn und der Kot, der von den Tieren durchtreten wird, leichter abrinnen kann und die Arbeit des Züchters erleichtert. Stroh wird dabei nicht verwendet, denn das würde die Spalten verstopfen. Die Folgen des harten, mit Exkrementen bedeckten Bodens sind Entzündungen und Wunden an Gelenken und Haut. Auch Rindern geht es nicht viel besser. Ebenso wie die Schweine haben sie durch die scharfen Kanten an Gelenksschäden u. ä. zu leiden. Einen Lichtblick gibt es für die österreichischen Hühner in Käfighaltung: Ab dem 1. Jänner 2009 sind Legebatterien in Österreich verboten. Jedoch hat auch das einen Haken: In anderen EU-Ländern dürfen Hühner bis 2012 in Käfigen gehalten werden. Auf Grund des höheren Preises von Eiern aus Bodenhaltung (1/5 teurer als Käfigeier, Freilandeier sind um ein weiteres Fünftel teurer) werden größere Gastronomiebetriebe, Fast-Food-Ketten etc wahrscheinlich Käfigeier aus anderen Ländern importieren. Aber die Haltung ist noch nicht alles. Dazu kommen Zucht, Mast und schließlich auch Schlachtung. Bei der Zucht wird keine Rücksicht auf natürliches Verhalten genommen. Einziges Ziel ist mit möglichst wenig körperlichem und finanziellem Aufwand einen möglichst großen Erfolg zu erzielen. Meistens wird künstlich befruchtet, der trächtigen Sau werden jegliche Kontakte zu Artgenossen unterbunden, indem man sie von den anderen isoliert wegsperrt. Der Bewegungsfreiraum wird auf zwei Schritte vor und zurück eingegrenzt. Umdrehen ist selbstverständlich unmöglich. Folgen: Entzündungen, Verletzungen, Verhaltensstörungen... Eine natürliche Mutter-Kind-Beziehung wird unmöglich gemacht, denn die Ferkel werden 4 Wochen nach ihrer Geburt vom Muttertier getrennt. Normalerweise würde die Säugezeit 15 Wochen betragen. Um diese enorme Belastung halbwegs aushalten zu können, sind wiederum pharmazoitische Erzeugnisse nötig. Um dem aus Beschäftigungslosigkeit resultierenden gegenseitigen Anknabbern der Ferkel vorzubeugen, werden den Jungtieren die Ringelschwänze mit einem glühenden Messer oder einer Zange abgeschnitten. Ferner werden Ohrmarken angebracht und die Eckzähne abgeschnitten. Männliche Ferkel werden dann noch im Fließbandverfahren kastriert - ohne Nakose. Das ist alles laut Tierschutzgesetz legal - wenn die Prozedur innerhalb der ersten 7 Lebenstage von statten geht. (Quellen: www.vierpfoten.at, "Tierschutz konsequent - Fleisch, ein Stück Lebenskraft?") Ein weiterer Höhepunkt des Tierleids ist der Transport von der Züchtungsanlage zum Schlachthof:
Zu guter Letzt folgt die Schlachtung. Das diese in vielen Fällen nicht so koscher ist, wie häufig behauptet, steht außer Frage.
Wer wissen will, was ich damit meine: Die folgenden Filme zeigen solche Situationen.
Earthlings
(engl./engl. Untertitel, Länge: ca. 1h 30 min) Dieser Film behandelt neben Schlachttieren auch noch Haustiere, Kleidung, Unterhaltung/Sport,
Tierversuche. Außerdem: Meet your Meat (dt. Übersetzung, Länge ca. 10 min)
2. Ausbeutung der EntwicklungsländerLaut einer Statistik der FAO (Food and Agriculture Oraganization) litten 2008 963 Millionen an Unterernährung. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei der Fleischkonsum. Je nach Quellen schwankt der Prozentsatz, des an Nutztiere verfütterten Getreides von 40-50% aller Ernten. Dabei benötigt man für 1 kg Rindfleischzuwachs 10 kg Nahrung. Das sind im Jahr 600 Millionen Tonnen Getreide.
Rechnen Sie hier den Getreideverbrauch für Hühnerfleisch aus! (JavaScript muss aktiviert sein)
Aufgrund dieser Umwandlungsraten sieht es bei der Produktion von Protein ähnlich aus:
Laut WHO und FAO bedeutet das: Von einem Hektar Anbaufläche können 22 Menschen von Erdäpfeln, 19 von Reis, aber nur 2 von Lammfleisch und einer von Rindfleisch ernährt werden. Damit ist aber immer noch nicht genug: Traurig sieht es auch mit dem Wasserverbrauch aus:
Würden die Menschen ihren Fleischkonsum nur um 10% verringern, könnten 100 Millionen Menschen rein pflanzlich ernährt werden! Die Zahlen stammen nicht von Tierrechtsorganistaionen, sondern von der WHO, der FAO, der USDA und von UNICEF. Die Zahlen zum Wasserverbrauch wurden von David Pimentel in der Wissenschaftszeitschrift "Bioscience" 42 97-106 veröffentlicht. Die Daten sind aus der Zeitschrift des VGT "Tierschutz konsequent - Fleisch, ein Stück Lebenskraft?" entnommen. 3. SubventionspolitikDurch Monokultur, Technisierung, Überdüngung und hohem Pestizideinsatz kann billiger Tierfutter produziert werden, und in der Folge wird zu einem
günstigerem Preis mehr Fleisch erzeugt - auf einem ohnehin schon übersättigten Markt. In diesem Fall zählt für die Firmen Quantität
statt Qualität.
4. AlternativenEine 20-jährige Langzeitstudie des deutschen Krebsforschungsinstitues (DKFZ) hat laut der ORF-Sendung "Newton" bewiesen, dass Vegetarier nicht wie das Klischeebild zeigt, mangelernährt und ungesund sind, sondern dass sie sogar gesünder und länger leben, als Fleischesser. Den Bericht können Sie sich hier ansehen.
Ihr wollt die vollständige Version der Zeitschrift "Tierschutz konsquent"? Kein Problem: HIER gibt es die komplette Zeitschrift zum Download im PDF-Format. Mc Donald's, KFC und Co2009 erwirtschaftete Mc Donald's einen Umsatz von fast 23 Mrd US-Dollarn. Derzeit besitzt das Unternehmen rund 31.000 Filialen rund um den Globus. Auch Kentucky Fried Chicken (KFC) konnte mit einem Umsatz von 520 Mio. US-Dollarn große Gewinne erzielen. Um diesem Kundenansturm gerecht zu werden, müssen riesige Fleischmengen von Betrieben aus aller Welt importiert werden. Daher ist es den Unternehmen unmöglich, alle Farmen, Transporte und Schlachthöfe zu kontrollieren. Man muss aber davon ausgehen, dass ein erfolgreiches Unternehmen Wert darauf legt, möglichst billig zu produzieren, damit die Produkte einem möglichst breiten Publikum angeboten werden können. Damit billig geliefert und produziert werden kann, werden die Nutztiere auf engstmöglichem Raum gehalten, bekommen minderwertiges, gentechnisch verändertes Futter und auf artgerechte Schlachtung wird kein Wert gelegt, ebensowenig auf kurze Transportwege.Jonathan Safran Foer beschreibt die Hühnerschlachtung in einem Schlachthof, der KFC beliefert in seinem Bestseller "Tiere essen" folgendermaßen: In einem Schlachthof in West Virginia, der KFC beliefert, wurden Arbeiter dabei beobachtet, wie sie lebenden Tieren die Köpfe abrissen, ihnen Tabaksaft in die Augen spuckten, die Gesichter mit Farbe besprühten, brutal auf ihnen herumtrampelten. Solche Vergehen wurden dutzendfach bezeugt. Und dieser Schlachthof war kein "faules Ei", sondern ein "Lieferant des Jahres". Die Missstände betreffen nicht nur KFC, sondern im Prinzip alle großen, internationalen Nahrungsketten. Es ist schlichtweg nicht möglich, billige Ware aus artgerechter Tierhaltung in großen Mengen zu erzeugen. Auch wer in solch einem Lokal nur einen Salat oder ein Getränk bestellt, unterstützt ein Unternehmen, das für nicht in Worte zu fassendes Tierleid mitverantwortlich ist.
Noch ein Beispiel: Tyson Foods Inc ist der größte Vermarkter von Rind-, Hühner- und Schweinefleisch weltweit. 2010 wurde der Konzern von McDonald's zum
"Lieferanten des Jahres" gewählt (Quelle: Meat Trade News Daily, Oct 2010).
Veggie Day - auch für Deutschland / Österreich?Die belgische Stadt Gent macht es vor: Jeden Donnerstag ist dort "Veggie Day". Das bedeutet, dass zum Beispiel in den Schulen und Kantinen jeden Donnerstag mehr oder sogar nur vegetarische Gerichte serviert werden; auch einige Restaurants bieten an diesem Tag besondere fleischlose Köstlichkeiten an. Das soll den Einwohnern der Stadt die vegetarische Ernährung schmackhaft machen - ganz ohne Zwang. Die Zustimmung in der Bevölkerung ist jedenfalls sehr groß, also warum kann man einen Veggie Tag nicht auch in deutschen und österreichischen Städten einführen? Ansätze dazu gibt es bereits: In dem kleinen Ort Gloggnitz (Steiermark) bieten Gasthöfe nun donnerstags verstärkt vegetarische Speisen aus der Region an. Auch in Bremen wird schon verstärkt Werbung für fleischlose Ernährung gemacht.BuchtippJonathan Safran Foer - Tiere essen
InhaltIn dem Buch "Tiere Essen" (Originaltitel: "Eating Animals") beschreibt der Autor Jonathan Safran Foer den Alltag in der Fleischindustrie. Nach drei Jahren Recherche kommt Foer zu einem ernüchternden Ergebnis: 99 Prozent unseres Fleisches stammt aus Massentierhaltung. Das Bild von der glücklichen Kuh auf der Almwiese, das noch in vielen Köpfen verankert ist, ist eine Illusion. Die traditionelle Landwirtschaft kann den Fleischbedarf auf der Welt nicht decken und hat somit gegen die wachsende Fleischindustrie keine Chance.Aber nicht nur Tierleid ist eine Folge des übermäßen Fleischkonsums. Wie auch oben erwähnt (siehe: Ausbeutung der Entwicklungsländer und Subventionspolitik) sind viele gesellschaftliche Probleme und Umweltzerstörung mit Fleischverzehr verbunden. Des Weiteren bestätigt Foer die These, dass vegetarische Ernährung sehr gesund sei - auch für Kinder - und dass Vegetarier im Durchschnitt länger leben. DatenVerlag: Kiepenheuer & WitschISBN: 3-462-04044-8 Seiten: 352 Erscheinungsdatum: 19.08.2010 Preis: ca 20 Euro weiterführende LinksInterview mit Jonathan Safran Foer - Zeit OnlineEnglisches Interview mit Jonathan Safran Foer - Youtube Hintergründe zum Buch - Spiegel Online Inhalt "Tiere Essen" - ZDF Online Buch kaufen auf Amazon Englisches Original auf Amazon
Diese Seite wurde noch nicht bewertet
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||